Weihnachten für den Arsch

20161221_183857… die Überschrift konnte ich mir nicht verkneifen. Bei meiner neuen Unterwäsche kneift aber zum Glück nix. Extra jugendfrei fotografiert. Nach zwei Dutzend Boxershorts für meine Buben (Schnittmuster hier) und den ersten zwei Unterhosen für meine Tochter (Schnittmuster aus der aktuellen Ottobre Kids) fühlte ich mich reif, mir selbst welche auf den Allerwertesten zu schneidern.

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Gut geübt, oder? Meine Söhne tragen die “kurzen” Slips nur im Notfall, weil sie die Boxershorts gemütlicher finden. Ich dagegen mag es knackig und kann jetzt untenrum im Partnerlook mit meiner Tochter gehen:

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Dass ich die Culotten für mich so lange aufgeschoben habe, hat aber auch noch einen weiteren Grund: Kinder-Unnerbüxen sind toll zur Resteverwertung. Aber so große Reste, dass sie für mein gebärfreudiges Becken reichen, habe ich selten! Gut, dass mir mein schickes Kirschen-Tanzkleid (Burda Easy 2015) in die Kinderpipi-Wäsche bei 50 Grad gerutscht ist. Seither ist der schwarze Jersey von Stoff&Liebe nur noch dunkelgrau und das Kleid ein Fall für die Upcycling-Kiste. Aus dem weiten Tellerrock habe ich noch drei Pünktchen-Kirschen-Unterhosen herausbekommen.

Sehen doch sehr weihnachtlich aus, oder? Gerade in der kalten Jahreszeit soll man seinen Körper schließlich gut pflegen und verwöhnen. Sich zeigen, dass man sich etwas wert ist, besonders als Mama. Man schenkt seinem Arsch ja sonst nichts!

P. S.: Mein dritter Krimi mit dem geheimen Arbeitstitel Erdbeerwölkchen wird bis Heiligabend schon 50 000 Wörter haben, und das ist mein allerschönstes Weihnachtsgeschenk an mich selbst. Fast noch schöner als meine neuen Unterhosen und mein nigelnagelneuer “My Cuddle me”-Cardigan, den ich euch demnächst zeigen werde … und jetzt rechtzeitig vor dem Mittagessen ab zu RUMS!

Schnittmuster Kinder: Peters Hugo von Allerleikind für die Buben, Ottobre Kids 2/2016 für die junge Dame

Schnittmuster Mama: Hey, das habe ich mir tatsächlich selbst erstellt! Gut sitzenden Schlüpper abgezeichnet und ein bisserl rumprobieren.

Material: Restekiste und ausrangiertes Jerseykleid

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Mörderische Punkte

Im Moment schreibe ich sehr viel, weil ich noch dieses Jahr meinen dritten Krimi fertig kriegen will. Okay, zumindest die Rohfassung 😉 In diesem Krimi gibt es ganz unweihnachtlich viele Tote, bisher liegt der Body Count bei 40. Und je mehr ich am Schreibtisch morde, desto mehr Lust zu Nähen habe ich. Merkwürdig. Offenbar besteht da ein ganz komischer Zusammenhang zwischen Nähen und Töten. In der griechischen Antike gab es schon die webenden, spinnenden Schicksalsgöttinnen, die bei Gelegenheit auch mal – Schnippschnapp! – den Lebensfaden abschneiden … Dabei habe ich bislang noch keine einzige meiner Krimifiguren mit Nähutensilien umgebracht. Sollte ich vielleicht mal drüber nachdenken! Es muss ja nicht immer gleich die Schere sein. So ein Webband mit Eulen eignet sich zum Beispiel sicher gut zum Würgen. Und ist eine Bernina-Nähmaschine für dreitausend Euro nicht der schönste stumpfe Gegenstand, den man überhaupt an den Kopf kriegen kann? Ob Nahttrenner auch an Pulsadern funktionieren? Och, ich sehe schon, ich muss irgendwann mal einen Näh-Krimi schreiben. Dringend!

Bei der ganzen mörderischen Näherei ist gerade mein Weihnachtsoutfit fertig geworden. Um die Wirkung zu demonstrieren, habe ich mich “angemalt wie einen Christbaum” (regionaler Schmähbegriff für eine stark geschminkte Frau) und auch in genau die Ecke gestellt, in die bald unser echter Christbaum kommt.

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Neben mir steht meine treue Freundin Olga, die mich nun schon fast zwanzig Jahre begleitet. Nach acht Umzügen quer durch Südbayern sind wir wieder zuhause in Grainau angekommen! Ich kann mich nie entscheiden, was Olga tragen soll, weshalb sie seit Jahren nackend herumstehen und als Hutständer dienen muss. Jetzt wenigstens mit Fußbodenheizung, die Arme. ICH dagegen entscheide mich sehr leicht, was ich tragen will: Im Zweifelsfall Punkte! Der Rock ist ein Upcycling-Projekt aus dem Abschlussballkleid meiner kleinen Cousine. Ich habe die Corsage abgeschnitten, Rock und Futterstoff mit der Overlock zusammengefasst, den Bund nach innen umgeklappt und mit einem Ripsband verstärkt.

Pssst, das Ripsband habe ich von alten Medaillen meiner Schwestern geklaut, die waren mal echte Asse im Synchronschwimmen. Aber wer seine Medaillen tütenweise im Keller lagert, fordert die Upcyclerei doch förmlich heraus, oder nicht? Den Reißverschluss habe ich auch einfach abgeschnitten und mit ein paar (vielen) Steppstichen gesichert. Nicht wuuunderschön, aber sehr bequem. Und ich trage ja immer was drüber, zum Beispiel das Punkte-Shirt nach Lady Rockers von Mamahoch2, von dem ich hier noch ein Detail zeige:

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Gut, das sind ein paar mehr Details, sprich: FUSSELN! als gewollt, aber der Grundgedanke kommt rüber. Das Anstückeln mit dem schwarzen Jersey war eine Notlösung, weil ich aus dem hellgrauen Punktejersey schon ein Kleid für meine Tochter genäht hatte und dann fast nix mehr übrig war. Was muss ich auch den gleichen Geschmack haben wie eine Dreijährige! Und wieso bestelle ich Stoffe, die uns beiden gefallen, eigentlich immer noch in Metern und nicht gleich in Kilometern?! Jedenfalls gefällt es mir jetzt überraschend gut mit dem Schwarz. Und es sieht aus wie Absicht!

Grundsätzlich muss ich noch sagen, dass ich mir jetzt schon viele Oberteile genäht habe, aber keine passen mir so gut wie die nach dem Lady Rockers. Das ist mein Wald und Wiesen-Schnitt für dehnbare Stoffe. Auf den kann ich mich echt verlassen, obwohl und vielleicht gerade weil er so simpel ist und zu Spielereien einlädt.

Apropos Spielereien: Mein Punkte-Outfit ist natürlich nicht komplett ohne diese Socken:

Ich habe sie aus Jerseyresten nach dem Freebook “Sockenliebe” genäht. Bis ich den richtigen Angriffswinkel für die Fersen-Abnäher raus hatte, hat es zwar etwas gedauert, aber mittlerweile bin ich von Form und Funktion überzeugt. Diese hier habe ich sogar zur Frankfurter Buchmesse getragen 🙂

Schnittmuster: Lady Rockers von Mamahoch2, gekürzt und Ausschnitt vergrößert, Sockenliebe von Cherry Picking, abgelegtes Ballkleid von C&A

Stoffe: Grauer Pünktchen-Jersey und Jersey schwarz von Stoffmarktonline, grauer Ornamente-Jersey von Stoff & Liebe, alles Übrige aus der Restekiste.

Und ab zu meinem ersten RUMS!

 

Mein eiskaltes Schreibhändchen

Als jemand, der hauptberuflich auf die Tastatur einhämmert (und ansonsten die ganze Freizeit auf dem Smartphone Näh-Linkparties verfolgt), bin ich ein klassischer Fall für eine Sehnenscheidenentzündung an den Händen. Das ist eine typische Krankheit von Menschen, die den ganzen Tag nichts bewegen außer ihren Fingern 😉 Die Dezemberkälte an meinem Schreibtisch verbessert die Situation auch nicht. Ich hatte es schon mal so arg, dass ich Schmerzmittel einnehmen und wochenlang eine Schiene tragen musste.

Jetzt kann ich natürlich nicht mitten im Flow einfach aufhören zu Schreiben, nur weil mir gerade die Hand ein bisserl weh tut. Aber vorbeugen kann ich. Die Pfötchen immer schön warm halten! Doch wie? Mit richtigen Handschuhen treffe ich die Tasten nicht mehr.

Ich habe mir also fix ein Paar “Schreibhandschuhe” genäht, angelehnt an das Freebook Armstulpen Reikä aus Näähglücks Adventskalender. Hübsch und praktisch, vielen Dank, Sophie!

Und jetzt, wo das Karpaltunnelsyndrom erst mal in Schach gehalten ist, geht’s weiter mit Erdbeerwölkchen, meinem dritten Krimi. Gerade schreibe ich an der Szene beim Tag der Offenen Tür am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt Oberpfaffenhofen. Da wird meine Lieblingsfigur Gitte Grabow, die achtundneunzigjährige Filmdiva, vor die größte schauspielerische Herausforderung ihrer bisherigen Karriere gestellt: Ihr eigener Tod …

Schnitt: Freebook “Armstulpen Reikä” von Näähglück

Material: Sommersweat, bezogen über Stoffe.de

Kosten: Nix, weil Resteverwertung

Lifehack: Bezug für Seitenschläfer-Kissen

Ich bin eine Seitenschläferin vom Typ “Maulwurf”. Momentan benutze ich beim Schlafen VIER Kissen, damit ich immer genug Material zum Hineinwühlen und Herumwickeln habe. Seit Langem wünsche ich mir ein Seitenschläferkissen, habe mir aber nie eines gekauft, weil meine Mama mir versicherte, dass bei ihr noch eines herumgeistern würde.

Das tat es auch, nur leider ohne dazu passende Bezüge. Wir sind Mitte des Jahres mit meinen Eltern zusammen gezogen, und dabei ist so allerhand auf mysteriöse Art und Weise verschwunden. Was beim Umzug allerdings in rauen Mengen auftauchte, sind übrige Bettwäschegarnituren aus den beiden aufgelösten Ferienwohnungen meiner Eltern (diese Räume belegen jetzt wir).

Ehrlich, ich wäre NIEEE draufgekommen, wenn meine Mama mich nicht auf diese geniale Upcycling-Idee gebracht hätte. Sie legte mir einen Stapel aussortierter Bettwaren hin, in denen dereinst viele Touristenehepaare aus Bottrop oder Bochum süß geschlummert haben mochten, und sprach: “Daraus kannst du doch einen Bezug für dein Seitenschläferkissen machen!”

Diese hübsche Garnitur von Aldi aus gestreiftem Baumwollsatin in der ansprechenden Farbe “Babys erster Stuhlgang” habe ich mir dafür ausgesucht.

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Bezug ausgebreitet, Kissen draufgelegt, großzügig abgeschnitten und auf der linken Seite einmal mit der Overlockmaschine drübergerattert, fertig. Yeah, Geld gespart. Yeah, Stoffberg abgearbeitet. Und Triple-Yeah: Reißverschluss einnähen vermieden!!

Ist das jetzt überhaupt ein Lifehack, also das Zweckentfremden von Gegenständen in einen anderen Kontext? Eigentlich nicht ;-p – der Kontext “Bettwäsche” ist ja nach wie vor da … aber ein schönes Erfolgserlebnis war’s!

Bin schon sehr gespannt auf meine erste Nacht damit. Ob der Maulwurf in mir nun zur Ruhe kommt? Okay, das U-Boot sollte ich vielleicht vorher runter nehmen. Das isses immer mit diesem Familienbett. Ich persönlich finde ja, Kinder haben in Elternschlafzimmern nur so lange was zu suchen, bis sie U-Boote mit sich rumschleppen können. Oder mehr als zwei Christbaumportraits mit Glitzer auf einmal. Oder kunstvolle Lego-Konstruktionen, die sich bei Erreichen von Mamas Matratze in tausend Einzelteile auflösen. Dann ist es nämlich allerhöchste Zeit für eine Lichtschranke mit Volle-Windel-Detektor und eine Laserkanone, die allen Eindringlingen unter Eins Fuchzig und/oder mit vollen Windeln eins drüberbrät … Quatsch. Die stehen so auf Inspektor Gadget, da finden die das am Ende noch toll und kommen extra.

Material: Alter Bettbezug mit Macken, Normalgröße

Bezugsquelle: Aldi

Kosten: Nix

Fesche Cybercops mit viel Popo und so: Recherche-Späße

Gerade stecke ich mitten drin in meinem dritten Krimi. Ich habe schon die Hälfte geschrieben und bin sehr glücklich damit. Leider kann ich den Arbeitstitel hier nicht verraten, so lange seitens des Verlags noch kein Titelschutz beantragt wurde. Nennen wir ihn also einfach mal “Erdbeerwölkchen”. Klingt doch besser als Namenloser Krimi Nummer Drei, oder?

Es macht wirklich Spaß, an Erdbeerwölkchen zu arbeiten. Vor allem, seit die Kinder alle in den selben Kindergarten gehen und ich VORMITTAGS schreiben kann!!! LUXUS PUR!! Jahrelang habe ich meinen Feierabend geopfert und geschrieben, wenn die Kinder endlich in der Heia waren, also von 21 bis 24 Uhr. Diese Fron ist nun vorbei! Jetzt kann ich mir um 21 Uhr ein Glas Wein einschenken und noch ein bisserl was nähen oder lesen oder … noch mal an den Schreibtisch schleichen und außerplanmäßig an Erdbeerwölkchen weiterschreiben. Weil’s grad so schee is.

Aber warum eigentlich? Was genau macht mir daran solchen Spaß? Ich will Euch hier mit auf die Recherche nehmen, damit Ihr auch was zu lachen habt:

Spitze, oder? Am Eibsee habe ich mir den idealen Ort für den dramatischen Showdown von Erdbeerwölkchen ausgesucht, wo der Massenmörder seiner Angebeteten die … aber ich darf nicht zuviel verraten. Die süßen Mini-Schneemänner muss eine Familie hinterlassen haben, die kurz zuvor auf dem Eibsee-Rundweg unterwegs war.

Ob ich die Obergrainauer Kälber schon in Erdbeerwölkchen verwenden kann, weiß ich nicht. Ich fürchte, die müssen bis zum Frühling warten, wenn ich sie für meinen ersten Grainau-Krimi verwurste. Übrigens reagiert mein Mann auf die distanzlosen Geschöpfe ganz richtig: Fest ins Auge fassen und im Notfall mit der flachen Hand auf die Nase hauen. Soweit kam es allerdings nicht, obwohl mir eine auf der Suche nach Futter ziemlich fest in den Popo gebissen hat.

Womit wir bei den Recherche-Blüten aus dem Internet wären: “Ja” auf Albanisch heißt nämlich “Po”! Ich war so weggeflasht, dass ich das vielleicht sogar ein Mal zu oft in den Text eingebaut habe, da kommt nämlich ein falscher Albaner vor.

Und dann wären da noch die Cybercops. Bayern ist – logisch! – auch Spitzenreiter in Sachen Bekämpfung der Cyberkriminalität und verfügt mittlerweile über ganze 47 Cybercops. Das sind “EDV-Spezialisten”, die als Quereinsteiger zu regulären Polizisten weitergebildet werden und dann gegen die bösen Datenräuber und Würmerschleudern in den Tiefen des weltweiten Netzes vorgehen. Ich habe einen kleinen Uniform-Fetisch und stelle mir so einen Cybercop ja ziemlich heiß vor, wie eine Mischung aus dem netten Streifenpolizisten von nebenan und dem jungen Arnold Schwarzenegger in Terminator. Aber vermutlich liege ich da falsch. In Wirklichkeit sitzen die siebenundvierzig Cybercops wahrscheinlich in siebenundvierzig ausgeleierten alten Band-T-Shirts vor ihren siebenundvierzig gigantischen Bildschirmen im Bayerischen Landeskriminalamt und schieben sich aus siebenundvierzig Pappschachteln die kalte Pizza in die blassen, abgehärmten Gesichter.

Ich würde trotzdem gerne mal einen kennen lernen. Hey, ihr bayerischen Cybercops: Wenn das hier einer liest, meldet euch! Vielleicht könnt ihr meinen Mann überzeugen, bei euch die Nummer 48 zu werden? Er macht auch was mit Computern. Und die Uniform würde ihm sooo gut stehen … als Polizistengattin würde mir auch die Recherche viel leichter fallen!

Wobei es leichter als jetzt gerade ja kaum geht. Erdbeerwölkchen macht wirklich Spaß. Muss auch mal sein.

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