Jackenglück mit jErika – Part I & II

… müsste eigentlich “Mantelglück” heißen, denn der Schnitt jErika von Prülla fällt bei mir mit meinen 1,68 ziemlich mantelig aus, wie ich finde. Die Danie von Prülla ist glaube ich eine Riesin, bei ihr sieht die jErika schon eher wie eine Jacke aus. Mit viel Respekt bin ich schon letzten Oktober an meine erste Winterjacke herangegangen. Einerseits, weil ich in einem Wintersportort lebe, in dem es durchaus mal minus 20 Grad hat. Andererseits, weil dieses ambitionierte Projekt auch meinen weltersten Reißverschluss beinhaltete. Das ist dann überraschenderweise supergut gegangen, obwohl (oder vielleicht weil?) ich zu faul war, den Reißverschlussfuß zu suchen:

Und auch das nie zuvor von mir vernähte Material Softshell war eine Freude. Die olle, aber unzerstörbare Pfaff meiner Mutter ist gut drübergeschnurrt. Ich habe die erste jErika noch aus lauter Gewohnheit (und weil es so professionell aussieht) noch vor dem Zusammennähen mit der Overlock versäubert, aber das wäre gar nicht nötig gewesen, da Softshell überhaupt nicht franst. Vor lauter Begeisterung habe ich gleich noch mehr Softshell mit maritimen Motiven für die geplante Übergangsjacke meines Ober-Piratensohnes besorgt.

Allerdings habe ich dann den Rücken von jErika 1 mit diesem schönen fusseligen Tatzenfleece hier gefüttert, und das war der Anfang vom Ende meiner neuen Jacke. Den konnte ich nämlich am Saum nicht mit einfassen, weil zu dick, und dann ist er mir beim Tragen immer den Rücken hinaufgewandert und wollte unter meinen Schulterblättern eine schnuckelige Wulst bilden. Im Bastelschrank meiner Mama habe ich einen hundertprozentig biologisch abbaubaren Textilkleber von 1986 oder so gefunden und hielt mich für sehr schlau, als ich das Fleecefutter damit an die Softshellschicht klebte. Dann zog ich das Ding an und jawohl, es rutschte nicht mehr. Dafür wurde ich beim Tragen halb ohnmächtig, weil hundertprozentig biologisch abbaubarer Textilkleber von 1986 nämlich stinkt wie ein expandierendes Unternehmen zur Tierkörperbeseitigung. Bestand Leim nicht sogar früher aus Knochenmehl? Ist nach dreißig Jahren eben schon ordentlich abgebaut, braucht man sich nicht zu wundern! Zudem war der angeklebte Teil mitnichten elastisch, wie auf der Kleberflasche beworben, sondern auch noch stocksteif wie eine tote Katze. Da hilft nur noch abschneiden. Und so wird aus meiner allerersten jErika, so ich mal Lust und Laune finde, demnächst doch noch eine richtige (Kurz-)Jacke.

Beim zweiten Versuch war ich schlauer und habe gleich richtigen, wattierten Futterstoff besorgt, der gut gleitet. Auch die Taschen habe ich nach vorne gelegt und in einfache, aber riesige Einsteckstaschen verwandelt, das ist praktischer für mich und all den Kinderkram, den ich immer dringend unterbringen muss (Stichwort “Mama, Abfall!” – “Ich bin deine Mama und nicht dein Abfalleimer, du hast selber Taschen!” – “Aber die haben Reißverschlüsse, die krieg ich nicht auf!” – etc etc …). Geht auch schneller als die im Schnittmuster vorgesehenen Nahttaschen *schwitz* … und ja, offenbar lassen sich Glitzersterne auch auf Softshell bügeln, man muss halt ein Baumwolltuch dazwischen legen.

Ich liebe den Schnitt und habe auch schon zwei Pullis und ein Sweat-Kleid danach genäht. Er sitzt gut, macht einen warmen Hals und bietet durch die Schulterpasse hübsche Möglichkeiten zur Stoffkombination. Meine Angst vor dem Mammutprojekt “Winterjacke” ist futsch – jetzt muss ich mich eher zurückhalten, nicht gleich die dritte jErika aus weinrotem Wollwalk anzufangen … da werde ich dann aber noch so eine spezielle Wärmeschicht einbauen, Thinsulate oder wie das heißt. Die Erfahrung hat gezeigt, dass die Glitzerstern-Softshell-jErika fürs Bergsteigen, Rodeln oder Spazieren gehen ideal ist, mich aber beim Rumstehen am Glühweinstand dann doch friert. Jedenfalls vor dem dritten Glühwein. Und der dritte Glühwein ist als Mama immer nur hypothetisch.

*

Schnitt: jErika von Prülla in Größe 40, damit viele dicke Pullis und Fleecejacken drunter passen. Ich habe ihn auf Makerist gekauft. Geändert habe ich nichts bis auf die Taschen. Okay, der Reißverschluss ist bei mir nur 80 cm lang statt 85.

Material: Mir haben je eineinhalb Meter Softshell von hier und der Partenkirchner Stoffstube gereicht, der Meter zu 12,50 bzw. 10 Euro. Der wattierte Futterstoff kommt ebenfalls aus der Partenkirchner Stoffstube und kostet 5 Euro den Meter. Den Glitzerstern zum Aufbügeln habe ich für ein paar Euro auch dort mitgenommen.

Kosten: Der Reißverschluss von Stoffe.de schlug mit neun Euro eigentlich am meisten zu Buche. Insgesamt aber keine fünfzig Euro für eine Designer-Winterjacke – eine Wucht!

Verlinkt bei RUMS

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